Dienstag, 18. März 2014

Denknotwendig.

Ruth Rudolph, pixelio.de

Es kommt sonach dem Inhalte der Philosophie keine andere Realität zu, als die des nothwendigen Denkens, unter der Bedingung, dass man über den Grund der Erfahrung etwas denken wolle. Die Intelligenz lässt sich nur als thätig denken, und sie lässt sich nur als auf diese bestimmte Weise thätig denken, behauptet die Philoso- phie. 

Diese Realität ist ihr völlig hinreichend; denn es geht aus ihr hervor, dass es überhaupt keine andere gebe.
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Erste Einleitung in die Wissenschaftslehre,
SW I, S. 449 



Nota. - Wer immer einen zweiten Schritt tun will, muss ihn an einen ersten Schritt anknüpfen. In der Wirklichkeit, und das ist nichts anderes als die Welt der Erfahrung, tun wir immer schon den soundsovielten Schritt, und selbst dem gegenständlichen Philosophen geht es nicht anders. Rechtfertigen kann der Vernünftige sich immer nur durch Verweis auf den eben vorangegangenen Schritt. Die Wissenschaftslehre, die den Grund unseres wirklichen Wis- sens freilegen will, geht diesen Weg konsequent zu Ende; bis zu dem Punkt, hinter den kein Schritt zurück führt: Das Ich setzt sich, indem es sich ein/em Nichtich entgegensetzt.

Aus diesem aufgefundenen Grund rekonstruiert sie dann Schritt für Schritt die ganze Welt des wirklichen Wis- sens. Wenn ihr das gelingt, ist sie bewiesen. 

Und ist das Denken, das sie rekonstruiert hat, als notwendig erwiesen.
JE

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