Freitag, 13. Februar 2015

Je nachdem.



Dass die Welt ist, sei aus transzendentaler Sicht mein Werk; nicht aber, wie sie ist.

Der Witz ist, dass man es ebenso anders herum sehen kann. Der springende Punkt ist also schon die Unterscheidung selbst.



Ob ich tätig werden will oder nicht, liegt nicht in meiner Freiheit, ich bin es schlechthin, oder ich bin nicht; dann wäre ich freilich auch nicht wollend. Indem ich aber tätig bin, finde ich mich beschränkt durch den Gegenstand, und das habe ich nicht gemacht. 

Ich kann die Schranke aber endlos weiten, indem ich meine Tätigkeit dem Gegenstand anmesse: den Gegen- stand weiter bestimme, wie er ist; das liegt in meiner Freiheit. 

Doch die Beschränktheit selbst - die Gegenständlichkeit des Gegenstands - kann ich nicht aufheben; es sei denn im Verzehr.


*

Im als vollendet gedachten System der Vorstellung ist alles zugleich und auf einmal, es gibt kein Zuvor und kein Danach. Im wirklichen Vorstellen und zumal in seiner Darstellung muss ich einen Schritt nach dem andern gehen. Einen ersten Schritt kann ich nur tun, indem auf das Eine achte und von dem Andern absehe. So geschieht es, dass, je von wo aus ich darauf sehe, mal das eine richtig sein mag, und mal sein Gegenteil; wobei das eine womöglich nur in dieser Hinsicht des andern Gegenteil ist.



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