Montag, 11. April 2016

Das einzig unmittelbare Bewusstsein.


Postulat.

Den Begriff des Ich zu entwerfen und zu bedenken, wie man dabei verfahre.

"Indem man der Aufforderung zu Folge das Verlangte tut, werde man, wurde behauptet, sich tätig finden – und seine Tätigkeit gerichtet finden auf das Tätige selbst. Sonach komme der Begriff des Ich zu Stande nur durch in sich selbst zurückgehende Tätigkeit, und umgekehrt, durch diese Tätigkeit komme kein anderer Begriff zu Stande als dieser. Indem man in dieser Tätigkeit sich beobachte, werde man derselben sich unmittelbar bewusst; oder: man setze sich als setzend.

Dieses als das einzige unmittelbare Bewusstsein sei als Erklärungsgrund alles anderen möglichen Bewusstseins voraus zu setzen.

Es heißt die ursprüngliche Anschauung des Ich (das Wort im sub- und objektiven Sinne genommen; denn Anschauung kann zweierlei heißen, [alpha] Anschauung, die das Ich hat, dann ist das Ich das Subjekt, das Anschauende; oder [beta] Anschauung, die auf das Ich geht, dann ist die Anschauung das Objektive und das Ich das Angeschaute; hier wird das Wort zugleich in beiden Bedeutungen genommen.)

Man werde ferner bemerken, dass man sich nicht als handeln-könnend setzen könne, ohne diesem Handeln eine Ruhe entgegenzusetzen. Durch Setzen der Ruhe entsteht ein Begriff, und in diesem Falle der Begriff des Ich."
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Wissenschaftslehre nova methodo, S. 34



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