Donnerstag, 21. August 2014

Das unmittelbare Bewusstsein und seine Repräsentation.


Beate Güldner

Aber soll denn das Ich Objekt des Bewusstseins werden? Dies ist nicht bewiesen. Im vorigen § wurde bewiesen, dass allem Bewusstsein ein unmittelbares Bewusstsein vorausgehen müsse; aber dies ist nie ein Objektives, sondern immer das Subjektive in allem Bewusstsein. Das Bewusstsein, aus dem wir jetzt argumentiert haben, ist nicht unmittelbar, es ist Repräsentation des unmittelbaren, aber es selbst nicht. Das unmittelbare ist Idee und kommt nicht zu Bewusstsein. Das erste Denken des Ich war ein freies Handeln, aber daraus folgt kein notwendiges.

_____________________________________________________________________
Wissenschaftslehre nova methodo, Nachschrift K. Chr. Fr. Krause, Hamburg 1982,
S. 38

[Rechtschreibung angepasst]
 



Nota.

Im ästhetischen Zustand versetzt sich das empirische bürgerliche Ich, dass sich längst habituell Objekt geworden ist, absichtlich und künstlich ins 'unmittelbare Bewusstseins' zurück. Es hat keinen Gegenstand mehr, schon gar nicht sich. Es ist jetzt wieder lediglich anschauend.
JE



 

Keine Kommentare:

Kommentar posten