Montag, 17. Dezember 2018

Von der Anschauung zum Begriff.

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Confer den § 1 der gedruckten Wissenschaftslehre,* wo dasselbe auf eine andere Weise gesagt ist, es wird nämlich dort vom Begriffe zur Anschauung übergegangen, hier ists aber umgekehrt.
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Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 33 

*) Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre, Hamburg 1979, S. 11-21


Nota. - Das ist der große Erkenntnisfortschritt der Nova methodo und macht, dass ihr im Werdegang der Wissenschaftslehre ein Sonderplatz gebührt. Denn erst hier hat sie die Form gefunden, die ihr der Sache 
nach zukommt.

Sie will zeigen, wie und auf welchen Wegen das von der Transzendentalphilosophie vorgefundene System der Vernunft entstanden ist, das sie ihrer Kritik, ihrer wertenden Prüfung unterzieht. Denn eben darin besteht die Kritik: Darstellung seiner Genesis.

Dabei kann sie sich offenbar der Instrumente dieses Systems, das sie allerst ergründen will, nicht schon bedie- nen. So aber ging die Grundlage an ihre Aufgabe: mit dem Begriff des 'Ich'. Der wurde zwar dialektisch hin und her gewendet und nach allen Seiten hin abgeklopft. Doch wie er zu Stande kommt und warum er nicht umgan- gen werden kann, wird auf die Weise nicht ersichtlich.

Er ist auch nicht wirklich der Ausgangspunkt des transzendentalen Systems. Als ihm zu Grunde liegend muss gedacht werden die vorstellende Tätigkeit alias Einbildungskraft selbst. Nun ist Tätigkeit zwar anschaubar. Aber denken lässt sie sich nur als die Tätigkeit eines Subjekts. Darzustellen, wie die ganz unbestimmte Tätigkeit sich-selbst bestimmt zum wirklichen Wollen eines wirklichen Ich, erfordert einen tiefen Griff in die dialektische Trick- kiste, doch ohne den steht die Transzendentalphilosophie eben nicht auf eigenen Füßen.  
JE


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