Samstag, 29. September 2018

Transzendentaler Denkzwang.


Ich kann eine Kneifzange nur ihrer Bestimmung gemäß gebrauchen, indem ich sie - ihrer Bestimmung gemäß gebrauche. 

Ich kann sie allerdings anders als ihrer Bestimmung nach gebrauchen; ins Wasser werfen, Briefe damit beschwe- ren, einen Nagel in die Wand klopfen. Doch dann wird sie nicht den Dienst tun, für den sie bestimmt war - einen Draht durchkneifen, einen Nagel aus der Wand ziehen, ein Stück Holz abbrechen.

Die Bestimmung - das Noumenale - ist mit ihrer sinnlichen Gestalt - dem Phänomenalen - bereits synthetisiert, ihr Zweck ist nicht mehr 'gemeint', sondern in sie hineinkonstruiert. Er wird sich in ihrer sinnlichen Gestalt gel- tend machen.

Nicht anders ist es mit unseren Denkgesetzen. Ich kann mir vorstellen, was und wie ich will. Aber die Begriffe und die Schlussregeln so benutzen, dass sie dem Zweck dienen, für den sie erschaffen wurden, kann ich nur, in- dem ich sie so benutze, dass sie ihrem Zweck dienen. Das scheint nur darum mysteriös, weil es tautologisch ist und keinen Grund hat als sich selbst.





Nota - Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und ihre Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Ihre Nachricht auf diesem Blog.  
JE
  

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