Samstag, 30. November 2013

Ein ästhetischer Trieb.

Thomas Max Müller  / pixelio.de
 
Der Erkenntnistrieb zielt ab auf Erkenntnis, als solche, um der Erkenntnis willen. ... Der praktische Trieb geht auf die Beschaffenheit des Dinges selbst, um seiner Beschaffenheit willen. ...nur daß im ersten Falle [Erkenntnistrieb] die Vorstellung sich nach dem Dinge, und im zweiten [prakt. Trieb] das Ding sich nach der Vorstellung richten soll. Ganz anders verhält es sich mit dem Triebe, den wir eben den ästhetischen nannten. Er zielt auf Vorstellungen, und auf bestimmte Vorstellungen ledigleich um ihrer Bestimmung und um ihrer Bestimmung als bloßer Vorstellung willen. Auf dem Gebiete dieses Triebes ist die Vorstellung ihr eigner Zweck... Ohne alle Wechselbstimmung mit einem Objekte steht eine solche Vorstellung isoliert, als letztes Ziel des Triebes, da, und wird auf keine Ding bezogen, nach welchem sie, oder welches sich nach ihr richte. 

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Über Geist und Buchstab in der Philosophie. In einer Reihe von Briefen. in: SW VII, S. 279



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