Freitag, 24. Mai 2019

Anschauung zweiten Grades.

faszinationmensch

2) Also der hier zu untersuchende Satz ist der: Ich schaue mein eignes Tun an als etwas, das ich vollziehen kann oder nicht. Mein Tun ist logisches Subjekt für das Prädikat der Freiheit. Es ist also mein Tun qualis talis selbst Objekt der Anschauung im weitesten Sinn des Worts, es erhält den Charakter des Objekts als etwas der idealen Tätigkeit Vorschwebendes.

Wie wird nun mein tun als Objekt der Anschauung vorkommen? Kant nennt ein Tun z. B nach dem Gesetze der Kausalität pp. ganz richtig ein Schema, um zu bezeichnen, dass es nicht Wirkliches, sondern etwas durch ideale Tätigkeit zum Behuf der Anschauung zu Entwerfendes sein soll.

Schema ist ein bloßes Tun, und zwar mein notwendiges Tun in der Anschauung.

Also unsere Frage ist, welches ist das Schema des Tuns überhaupt, oder wie fällt ein Tun dadurch, dass es Objekt der Anschauung wird, aus? Hier ist das Objekt aus der Anschauung hergeleitet worden, und das Beweisen aus Begriffen hat hier ein Ende.

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Wissenschaftslehre nova methodo,
 Hamburg 1982, S. 110


 
Nota I. - Nur ein jenseits von Raum und Zeit gedachtes Tun ist als ein Schema darzustellen; und dies zum Zweck der Anschauung : In der Wirklichkeit lässt sich immer nur dieses oder jenes Tun anschauen; wenn ich aber Tun-überhaupt anschauen will, muss ich die Bestimmungen von Raum und Zeit fortlassen - alles, was eine Wirklichkeit als eine solche erst ausmacht.

29. 10. 16



Das Übersinnliche ist Schema des Handelns.



[Kant] sagt, dass unseren sinnlichen Vorstellungen etwas zu Grunde liege, dass es Noumene gäbe; er hat sich nicht ausdrücklich darüber erklart; er nennt es etwas, es ist aber nicht etwas, das Sein hat, sondern Handeln.


Er hat sich nicht auf das Schema für übersinnliche Gedanken eingelassen. Man kann das Übersinnliche nicht erkennen, aber da sie [sic] doch für uns da sind, so müssen sie sich doch erklären lassen. Das Schema fürs Übersinnliche ist das Handeln. [S. 113]


Kant nennt ein Tun z. B. nach dem Gesetze der Kausalität pp* ganz richtig ein Schema, um dadurch zu bezeichnen, dass es nicht Wirkliches, sondern etwas durch ideale Tätigkeit zum Behuf der Anschauung zu Entwerfendes sein soll.


Schema ist ein bloßes Tun, und zwar mein notwendiges Tun in der Anschauung. ...


Die Aufgabe ist: nicht einem bestimmten Tun, z. B. Denken, Anschauen pp, sondern einem Tun überhaupt zuzusehen. Die Aufforderung ist: eine Agilität zu beschreiben; diese kann man nur anschauen als eine Linie, die ich ziehe. Also innere Agilität ist ein Linie-Ziehen. Nun aber ist hier nicht die Rede von einer Agilität, die geschieht, sondern von einer Agilität überhaupt; von einem bestimmbaren, aber nicht bestimmten Vermögen der inneren Selbsttätigkeit und Agilität. So eine Linie ist aber bestimmt der Direktion nach. In dem Vermögen aber müssen alle Linien liegen, das Schema des Tuns muss ein nach allen möglichen Direktionen mögliches Linienziehen sein; dies ist der Raum, und zwar leerer Raum, aber leerer Raum kommt nie vor, es wird immer etwas hineingesetzt. Warum, wird sich zeigen. Hier ist nur vom Tun die Rede, aber auch das bloße reine Tun ist nichts Erscheinendes. [S. 110]
*) für perge perge: und so weiter

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Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 113; 110 


Nota II. - Gr. schêma heißt Haltung, Gestalt, Figur. F. übernimmt den Begriff von Kant, aber er bestimmt ihn anders, oder richtiger: Er bestimmt ihn, wenn auch so allgemein wie denkbar möglich, während jener ihn ganz unerklärt als bloßen Namen gebraucht für die 'Methode, einem gewissen Begriffe gemäß etwas in einem Bilde vorzustellen'. Immerhin stimmen sie darin überein, dass das Schema ein Bild ist, aber kein von der Einbildungs- kraft angeschautes, sondern ein im Denken vorgestelltes Bild; eine Art Anschauung zweiter Ordnung. Dieses ist das Geheimnis der Noumena, der Dinge-an-sich, des Übersinnlichen überhaupt. Es ist das Geheimnis des dialekti- schen Scheins, wie Kant selber ihn nennt: der Vorstellung, dass den Begriffen eigene Realität zukommt. 

4. 7. 15


Das Schema für das Übersinnliche ist das Handeln (Noumena bei Kant).
s p dass q

Dieser Punkt ist in der Kantischen Darstellung nicht ganz richtig behandelt und hat Veranlassung zu einem System gegeben, wo zwar der Raum apriori sein soll, in welchen aber die Objekte aposteriori hineinkommen sollen. 

Kant behauptet auch, dass die Objekte apriori im Raum sein sollen; er schließt aber indirekt. Der ´Raum ist ihm apriori, er ist ideal, sonach müssen auch die Objekte ideal sein: Kant wollte alles aus Begriffen dartun, drum wird auch seine transzendentale Ästhetik so kurz. Das geht aber nicht, das Vernunftwesen ist nicht nur begreifend, sondern auch anschauend. Er bewies seine Darstellung vom Raum durch Induktion. Kant sagt nicht, dass der Raum gegeben werde; er sagt, dass unseren sinnlichen Vorstellungen etwas zu Grunde liege; dass es Noumene gäbe; er hat sich n icht deutlich darüber erklärt. Er nennt es etwas, es ist aber nicht etwas, das Sein hat, sondern Handeln.

Er hat sich nicht auf das Schema für übersinnliche Gedanken eingelassen. Man kann das Übersinnliche nicht erkennen, aber da sie doch für uns da sind, so müssen sie sich doch erklären lassen: Das Schema für das Übersinnliche ist das Handeln.
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Wissenschaftslehre nova methodo,
 Hamburg 1982, S. 113 


 

Nota III. - 'Übersinnliche Gedanken' sind solche, die sich auf nicht-sinnliche Gegenstände beziehen: auf Vor- stellungen. Vorstellen ist - abgesehen von dem, was vorgestellt wird - Schema des Handelns. Noumena sind Schemata des Schemas des Handelns.

5. 11. 16

Nota IV. - Anschauung von etwas, das nur gedacht wird? Aber es ist der Gedanke von etwas, das tatsächlich angeschaut wurde. Es ist eine Abstraktion; aber nicht die Abstraktion von einer Abstraktion - nicht von einer 'Tätigkeit, die als Ruhe vorgestellt wird', sondern von einer Tätigkeit, die als tätig vorgestellt wird: ein Schema. Eine 'intellektuelle' Anschauung sozusagen.
JE



Donnerstag, 16. Mai 2019

"Menschengestalt ist dem Menschen notwendig heilig."

Potsdam, Sanssouci

Der Mund, den die Natur zum niedrigsten und selbstigsten Geschäfte, zur Ernährung bestimmte, wird durch Selbstbildung der Ausdruck aller gesellschaftlichen Empfindungen, sowie er das Organ der Mitteilung ist. Wie das Individuum oder, da hier von festen Teilen die Rede ist, die Rasse noch tierischer und selbstsüchtiger ist, drängt er sich hervor; wie sie edler wird, tritt er zurück unter den Bogen der denkenden Stirn. 

Alles dies, das ganze ausdrückende Gesicht ist, wie wir aus den Händen der Natur kommen, nichts; es ist eine weiche, ineinander fließende Masse, in der man höchstens finden kann, was aus ihr werden soll, und nur da- durch, dass man seine eigene Bildung in der Vorstellung darauf überträgt, findet; - und eben durch diesen Man- gel an Vollendung ist der Mensch der Bildsamkeit fähig.

Dieses alles, nicht einzeln, wie es durch den Philosophen zersplittert wird, sondern in einer überraschenden und in einem Momente aufgefassten Verbindung, in der es sich dem Sinne gibt, ist es, was jeden, der mensch- liches Angesicht trägt, nötigt, die menschliche Gestalt überall, sie sei nun bloß angedeutet und werde erst durch ihn - abermals mit Notwendigkeit - darauf übertragen, oder sie stehe schon auf einer gewissen Stufe der Vollen- dung, anzuerkenn und zu / respektieren. Menschengestalt ist dem Menschen notwendig heilig.
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Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre,
SW Bd. III, S. 84f.



Nota. - Die historischen Fakten lieferten schon damals keine erfahrungsmäßige Evidenz für die Aussage, Men- schengestalt sei dem Menschen notwendig heilig. Zu oft hatte er sich dieser Notwendigkeit entwunden. Wie kommt so ein Satz an diese Stelle?

Die Transzendentalphilosophie hatte enthüllt, was auf dem Entwicklungsgang der Vernunft 'mit Notwendigkeit geschehen sein musste' - weil anders sie nie so, wie sie ist, hätte entstehen können. Wohl ist dieser Entwicklungs- gang aus Freiheit zurückgelegt worden; um aber zu diesem Ergebnis zurückgelegt werden zu können, hatte er so zu- rückgelegt werden müssen.

Die spekulative Rekonstruktion aus kritisch-analytisch bloßgelegten Prämissen ist überhaupt nur nötig gewesen, weil die Vernunft selber, die in möglich gewordener Erfahrung besteht, nicht darüber berichten kann, was gesche- hen sein mag, bevor sie gegeben war und - Erfahrungen machen konnte.

An dem Punkt, wo er die zunächst nur spekulative postulierte Reihe vernünftiger Wesen als im obigen Sinn be- dingt notwendig und im Rechtsverhältnis realisiert erwiesen hatte, war die Aufgabe der Transzendentalphiloso- phie ihrem Umfange nach - in die Tiefe wird sie unerschöpflich sein - erfüllt. Der Philosoph muss von nun an wie jeder andere von nachweislichen Tatsachen ausgehen.

Das hat Fichte ja offenkundig erkannt, denn ab besagtem Punkt argumentiert er mit Historisch-Faktischem. Nur dummerweise nicht mit Nachweislichem. Er argumentiert in Wahrheit gar nicht mehr, sondern versucht, seinen Leser mit blumiger Rhetorik in Stimmung zu setzen. Es ist ihm wohl klar, dass sein Räsonnement über Naturrecht schließlich auf Politik hinauslaufen wird, und das ist sein unverhohlener Zweck. Er will so tun, als sei die Heilig- keit der menschlichen Gestalt ein unmittelbarer, nicht weiterer Ableitung fähiger Satz der Vernunft selber.

Nicht, dass er eine löbliche Absicht verfolgt hat, steht in Frage. Aber philosophisch war es falsch und hat der Absicht selbst geschadet. Eine rationale Anthropologie hat den mühsamen Weg über die ersten Sozial- und Kulturbildungen der Menschen, die Weisen ihres Lebensmittelerwerbs und die Formen ihrer Arbeitsteilung zu gehen. Das fing zu Fichtes Zeit eben erst an, zu einem für die Vernunft brauchbaren Ergebnis ist es zuerst in Gestalt der Kritik der Politischen Ökonomie gelangt. Dazwischen lag die industrielle Revolution, davon konnte Fichte noch nichts ahnen. Aber inzwischen sind wir klüger.
JE

 

Mittwoch, 15. Mai 2019

Das geistige Auge.

 
d. Was den schon gebildeten Menschen am ausdrücklichsten charakterisiert, ist das geistige Auge und der die innersten Regungen des Herzens abbildende Mund. Ich rede nicht davon, dass das erstere durch die Muskeln, in denen es befestigt ist, frei herumschwebt und sein Blick dahin, dorthin geworfen werden kann; eine Beweg- lichkeit, die auch durch die aufgerichtete Stellung des Menschen erhöht, aber an sich mechanisch ist. Ich mache darauf aufmerksam, dass das Auge selbst und an sich dem Menschen nicht bloß ein toter, leidender Spiegel ist wie die Fläche eines ruhenden Wassers, / durch Kunst verfertigter Spiegel, oder das Tierauge. 

Es ist ein mächtiges Organ, das selbsttätig die Gestalt im Raume umläuft, abreißt, nachbildet; das selbsttätig die Figur, welche aus dem rohen Marmor hervorgehen soll, vorzeichnet, ehe der Meißel oder der Pinsel berührt ist; das selbsttätig für den willkürlich entworfenen geistigen Begriff ein Bild erschafft. Durch dieses Leben und We- ben der Teile untereinander ins Unendliche wird das, was sie Irdisches vom Stoffe an sich hatten, gleichsam ab- gestreift und ausgeworfen, das Auge verklärt sich selbst zum Lichte und wird eine sichtbare Seele. -

Daher, je mehr geistige Selbsttätigkeit jemand hat, desto geistreicher sein Auge; je weniger, desto mehr bleibt es ihm ein trüber, mit einem Nebelflor überzogener Spiegel.
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Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre,
SW Bd. III, S. 83f.
 



Nota. - Was weiß Fichte vom Auge des Tieres? Er stellt sich was vor. Kann er, muss er aber nicht. Die Transzen- dentalphilosophie sucht jedoch nach notwendigen Vorstellungen; notwendig auf Grund der ihnen vorangegangenen Vorstellungen. 

In einem Bereich, in dem wir Erfahrungen machen können, sind notwendig jedoch nur diejenigen Vorstellungen, die auf Anschauung beruhen. Die pathetische Rhetorik kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er sein Konto bereits weit überzogen hat.
JE 




Nota. Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog.
 

Dienstag, 14. Mai 2019

Wozu der Mensch aufrecht geht.


c. Jedes Tier hat, wie wir oben schon bemerkten, angeborene Bewegungsmöglichkeiten. Man denke an die Biber, die Biene u. s. f. Der Mensch hat nichts dergleichen, und sogar / seine Lage auf dem Rücken wird dem Kinde gegeben, um den künstigen Gang vorzubereiten. - Man hat gefragt. ob der Mensch bestimmt sei, auf vier Füßen zu gehen oder aufrecht? Ich glaube, er ist zu keinem von beiden bestimmt; es ist ihm als Gattung überlassen worden, seine Bewegungsweise sich selbst zu wählen. 

Ein menschlicher Leib kann auf vier Füßen laufen, und man hat unter Tierem aufgewachsenen Menschen ge- funden, die dies mit unglaublicher Schnelligkeit konnten. Die Gattung hat meines Erachtens frei sich vom Bo- den emporgehoben und sich dadurch das Vermögen erworben, ihr Auge rund um sich herumzuwerfen, um das halbe Universum am Himmel zu überblicken, indes das Auge des Tieres durch seine Stellung an den Boden ge- fesselt ist, welcher seine Nahrung trägt.

Durch diese Erhebung hat er der Natur zwei Werkzeuge abgewonnen, die beiden Arme, welche. aller animali- sche Verrichtungen entledigt, am Körper hängen, bloß um das Gebot des Willens zu erwarten, und lediglich zur Tauglichkeit für die Zwecke desselben ausgebildet werden. Durch diesen gewagten Gang, der ein immer fortdauernder Ausdruck ihrer Kühnheit und Geschicklichkeit ist in Beobachtung des Gleichgewichts, erhält sie ihre Freiheit und Vernunft stets in der Übung, bleibt immerfort im Werden, und drückt es aus. Durch diese Stellung versetzt sie ihr Leben in das Reich des Lichts und flieht immerfort die Erde, die sie mit dem kleinst- möglichen Teile ihrer selbst berührt. Dem Tier ist der Boden Bette und Tisch; der Mensch erhebt alles das über die Erde.
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Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre,
SW Bd. III, S. 82f.
 



Nota. - Er breitet reichlich Material aus für den Eingang in eine biologische Anthropologie, aber die liegt an dieser Stelle gar nicht in seiner Absicht. Er mutmaßt vielmehr in metaphysischer Weise über einen Plan der Natur, in dem die Freiheit der Menschen vorausberechnet liegt und für den sie in seiner Leibesgestalt die phy- sischen Bedingungen geschaffen hat. Und zwar nicht als ein heuristisches Prinzip der empirischen Forschung, sondern als konstitutive Basis einer positiven Lehre, aus der er in der Folge rechtliche und politische Folgerun- gen herleiten will. Nicht nur hat er Kritik und Transzendentalphilosophie hinter sich gelassen; er geht vielmehr direkt zu einer dogmatischen Predigt über.
JE

Sonntag, 12. Mai 2019

Fingerspitzengefühl.


b. Der Mensch wird nackt geboren, die Tiere bekleidet. In ihrer Bildung hat die Natur ihr Werk beendigt und das Siegel der Vollendung darauf gedrückt; sie hat die feinere Organisation durch eine rohere Decke vor dem Einflusse der gröberen Materie geschützt. Im Menschen wurde das erste und wichtigste Organ, das des Beta- stens, das durch die ganze Haut sich verbreitet, geradezu der Einwirkung derselben bloßgestellt: nicht aus Nachlässigkeit der Natur, sondern aus Achtung derselben für uns. Jenes Organ war bestimmt, die Materie un- mittelbar zu berühren, um sie auf das Genaueste unseren Zwecken angemessen zu machen: 

Aber die Natur stellte es uns frei, in welchen Teil unseres Leibes wir unser Bildungsvermögen vorzüglich ver- legen, und welchen wir als bloße Masse betrachten wollen. Wir haben es in die Fingerspitzen gelegt, aus einem Grunde, der sich bald zeigen wird. Es ist daselbst, weil wir es gewollt haben. Wir hätten jedem Teile unseres Leibes dasselbe feine Gefühl geben können, wenn wir es gewollt hätten; das beweisen diejenigen Menschen, die mit den Zehen nähen und schreiben, die mit dem Bauche sprechen u. s. f.
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Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre,
SW Bd. III, S. 82 



Nota. - Leute, die "mit dem Bauche sprechen"... Wer hat ihn geheißen, eine biologische Anthropologie aus dem Begriff der Vernunft abzuleiten? Er hätte es andersrum anpacken können, doch dazu hätte er den Evolutions- gedanken benötigt, den er noch nicht kannte. Das wäre eine historische Herleitung der Vernunft geworden, und wenn sie ihm selbst gelungen wäre, hätte sie mit der Transzendentalphilosphie nichts zu tun gehabt: Er hätte keinen Punkt gehabt, an dem er anfangen konnte, aus dem er die... Vorstellung hätte entwickeln können.

Allein dass er die Natur als Protagonistin auftreten lässt, über deren intimsten Pläne er uns Auskunft gibt, macht diesen ganzen Abschnitt nicht nur transzendentalphilosophisch, sondern in jeder Hinsicht wissenschaftlich wertlos.

Dabei ist der Grundgedanke ja nicht falsch. Wäre der Mensch ganz zu Anfang an seine Umwelt so angepasst gewesen, wie jede Tiergattung es ist, hätte er keine Vernunft entwickeln müssen. Er hätte keine Verwendung für sie gehabt. Es ging um die Kompensation eines Mangels, und auch die Ahnung, dass die spezifisch menschliche Plastizität seines Körperbaus aus diesem Mangel herrührt, ist richtig. Sie hat nur in der Philosophie überhaupt nichts zu suchen. Was immer er vorhat - auf diesem Weg wird er nicht weit kommen.
JE 











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Mittwoch, 8. Mai 2019

Naturfabel.

A. Rackham

2) Wir verweilen noch einige Augenblicke bei der uns geöffneten Aussicht.

a. Jedes Tier bewegt sich wenige Stunden nach seiner Geburt und sucht seine Nahrung in den Brüsten der Mutter. Es wird durch den tierischen Instinkt, das Gesetz gewisser freier Bewegungen, worauf sich auch das gründet, was man Kunsttrieb der Tiere genannt hat, geleitet.Der Mensch hat zwar Pflanzen-Instinkt, aber tieri- schen in der gegebenen Bedeutung hat er gar nicht. Er bedarf der freien Hülfe der Menschen und würde ohne dieselbe bald nach seiner Geburt umkommen. Wie er den Leib der Mutter verlassen hat, zieht die Natur die Hand ab von ihm und wirft ihn gleichsam hin. 


Plinius und Andere haben sehr gegen sie und ihren Urheber geeifert. Rednerisch mag dies sein, aber philoso- phisch ist es nicht. Gerade dadurch wird bewiesen, dass der Mensch als solcher nicht Zögling der Natur ist / noch es sein soll. Ist er ein Tier, so ist er ein äußerst unvollkommenes, und gerade darum ist er kein Tier. Man hat die Sache oft so angesehen, als ob der freie Geist dazu da wäre, das Tier zu pflegen. So ist es nicht. Das Tier ist da, um den freien Geist in der Sinnenwelt zu tragen und mit ihr zu verbinden.

Durch diese äußerste Hülflosigkeit ist die Menschheit an sich selbst und hier zuvörderst die Gattung an die Gat- tung gewiesen. Wie der Baum durch das Abwerfen seiner Frucht seine Gattung erhält, so erhält der Mensch durch Pflege und Erziehung des Hülflosgeborenen sich selbst als Gattung. So produziert die Vernunft sich selbst und so nur ist der Fortschritt derselben zur Vervollkommnung möglich. So werden die Glieder an einan- der gehängt, und jedes künftige erhält den Geisteserwerb aller vorhergegangenen.
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Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre,
SW Bd. III, S. 81f.
 



Nota. - Wenn sich die Transzendentalphilosphie auf Faktisches beriefe, machte sie sich vom zufälligen Kenntnis- stand ihres Zeit abhängig - und wäre überholt, sobald jener überholt ist. Einen tierische Instinkt gibt es nicht und wurde auch von der zeitgenössischen Wissenschaft nicht als empirisch erwiesen behauptet. Er wurde angenom- men, weil ja doch irgendetwas dem Tier die... Vernunft ersetzen musste, ohne die man als Mensch nicht auskommt. 

Dass er den Boden der Transzendentalphilosophie längst verlassen hat, verheimlicht er dem Leser auch nicht länger, denn sonst würde er 'die Natur' kaum als Zeugen dafür aufrufen, was der Mensch 'ist'; aber schon gar nicht für das, was er sein soll. Hier lässt er die Natur als Protagonistin auftreten und lässt sie - nicht etwa die Freiheit - die Vernunft in die Welt setzen; freilich ex negativo, indem sie den Menschn zum "ersten Freigelas- senen der Schöpfung" macht. 

Der Gedanke stammt von F.'s Spinnefeind Herder, geht aber zurück auf die Bibel, wo der Schöpfer Adam und Eva die Frucht zwar verbietet, aber mit der Freiheit zum Ungehorsam begabt - was gedacht war als Gelegenheit zur Bewährung, aber als Erbsünde ins Auge ging. Doch eine Verquickung der Vernunft mit der heiligen oder pro- fanen Realgeschichte mag er sich nicht verkneifen, denn auf den sündigen? Urspung lässt er den Menschen sie historisch-evolutiv aufbauen und vermehren.

Wir finden uns in einem Reich der Fabel, von der Transzendentalphilosophie höchstens noch die Wörter Geist und Vernunft.
JE

Dienstag, 7. Mai 2019

"Die Stimme der Natur."

Henri Rousseau

Die Natur hat diese Frage längst entschieden. Es ist wohl kein Mensch, der bei der ersten Erblickung eines Menschen ohne weiteres die Flucht nähme wie vor einem wilden Tiere oder Anstalten machte, ihn zu töten und zu verspeisen wie ein Wild; der nicht vielmehr sogleich auf wechselseitige Mitteilung rechnete. Dies ist so nicht durch Gewohnheit und Unterricht, sondern durch Natur und Vernunft, und wir haben soeben das Gesetz abgeleitet, nach welchem es so ist. 

Nun wolle man ja nicht - welches nur für wenige erinnert wird - glauben, dass der Mensch erst dieses lange und mühselige Räsonnement anzustellen habe, welches wir geführt haben, um sich begreiflich zu machen, dass ein gewisser Körper außer ihm einem Wesen seines Gleichen angehöre. Jene Anerkennung geschieht entweder gar nicht, oder sie wird in einem Augenblicke vollbracht, ohne dass man sich der Gründe bewusst wird. Nur dem Philosophen kommt es zu, Rechenschaft über dieselben abzulegen.
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Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre,
SW Bd. III, S. 81



Nota. - Nicht nur bewegt er sich längst auf einem Gebiet, wo es Erfahrungen zu machen gibt und für transzen- dentale Herleitungen gar kein Bedarf ist, sondern er führt sage und schreibe Die Natur als Zeugen an. Zwar nur, wie er sagt, als Corollar; aber dies gar auf faktisch wackeligem Grund. Sogenannte unentdeckte Völker sind noch heute wenig erfreut, vom weißen Mann entdeckt zu werden. Und wenn sie die Geschichte des Kolonialis- mus kennten, hätten sie allen vernünftigen Grund dafür, und nicht bloß die Stimme ihrer "Natur". - Dieser Ab- satz desavouiert den ganzen § 6.
JE


Montag, 6. Mai 2019

Wer soll denn dem Vernunftreich angehören?

psychologytoday

Corollaria.

1) Es ist eine bedenkliche Frage an die Philosophie, die sie meines Wissens noch nirgends gelöst hat: Wie kommen wir dazu, auf einige Gegenstände der Sinnenwelt den Begriff der Vernünftigkeit zu übertragen, auf andere nicht; welches ist der charakteristische Unterschied beider Klassen? 


Kant sagt: Handle so, dass die Maxime deines Willens Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung sein könnte. Aber wer soll denn in das Reich, das durch diese Gesetzgebung regiert wird, mit gehören und Anteil an dem Schutze derselben haben? Ich soll gewisse Wesen so behandeln, dass ich wollen kann, dass sie umgekehrt mich nach der gleichen Maxime behandeln. Aber ich handle doch alle Tage auf Tiere und leblose Gegenstände, ohne die aufgegebenen Frage auch nur im Ernste aufzuwerfen. Nun sagt man mir: Es versteht sich, dass von Wesen, die der Vorstellung von Gesetzen fähig sind, die Rede sei; und ich habe zwar statt des einen unbestimmten Be- griff einen anderen, aber keineswegs eine Antwort auf meine Frage.

Denn wie weiß ich denn, welches bestimmte Objekt ein vernünftiges Wesen sei; ob etwa nur der Europäer oder auch dem schwarzen Neger, ob nur dem erwachsenen Menschen oder auch dem Kinde der Schutz jener Gesetz- gebung zukomme, und ob er nicht etwa auch dem treuen Haus-/tiere zukommen möchte? So lange diese Frage nicht beantwortet ist, hat bei aller seiner Vortrefflichkeit jenes Prinzip keine Anwendbarkeit und Realität.
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Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre,
SW Bd. III, S. 80f.
 



Nota. - Er hat auf kritisch-analytische Weise am historisch gegebenen Vernunftsystem das sich-selbst-setzende Ich als dessen Grund aufgewiesen. Aus dieser Prämisse hat er Schritt um Schritt rekonstruiert, wie aus einer bedingt notwendigen Vorstellung bedingt notwendig die folgende Vorstellung hervorgeht. Dabei hat sich an einer Stelle die Notwendigkeit ergeben, eine Aufforderung zum freien Handeln seitens einer Reihe vernünftiger Wesen anzunehmen. Erfahrungstatsachen sind dabei nicht in Erwäguung gekommen.

So ist er schließlich zum Rechtsverhältnis als sachliches Ergebnis gelangt. Seither ist aber von historisch wirkli- chen Menschen die Rede. Der 'Rechtsbegriff' ist ein Begriff, den sie haben. Sie haben ihn aus der Erfahrung ihres täglichen Verkehrs mit einander. Die transzendentale Deduktion hat ihn gewonnen durch Konstruktion aus der Prämisse vom notwendig wollenden und sich-selbst-setzenden Ich. Hier treffen sie beide aufeinander und erklä- ren sich gegenseitig: die Reihe vernünftiger Wesen als bürgerliche Gesellschaft und die bürgerliche Gesellschaft als das Reich der Vernunft; die intelligible Welt als Bild der sinnlichen Welt.

Wobei aus der Erfahrung lediglich die sinnliche Welt bekannt ist; das Erkennen der intelligiblen Welt in dersel- ben ist erst noch problematisch: Die Erfahrung lehrt nämlich auch, dass um die Geltung des Rechtsbegriffs so wie der anderen Gebote der Vernunft immer erst noch gestritten werden muss! Vernunftsystem ist die bürgerli- che Gesellschaft nach ihrer transzendentalen Rekonstruktion und nicht nach der Erfahrung. Nach der Erfah- rung ist sie es nur zum Teil. Nach ihrem transzendentalen Begriff soll sie es ganz werden.

*

Es gibt keine Veranlassung, die Zugehörigkeit eines Menschen zur bürgerlichen Gesellschaft aus seiner kör- perlichen Organisation herzuleiten. Dazu gehört, wer unmittelbar oder mittelbar am Marktgeschehen teilhat. Diese Teilhabe kommt den Individuen zu, bevor sie auf die Welt kommen. Sie ist zwar erfahrbar, ist aber apri- ori.
JE




Sonntag, 5. Mai 2019

"Was er ist, muss er werden."

M. A. R. Guimarães
 
g. Aber auch durch diese Voraussetzung soll der menschliche Leib nicht begriffen werden können. Seine Ar- tikulation müsste sonach sich überhaupt nicht begreifen lassen in einem bestimmten Begriffe. Sie müsste nicht hindeuten auf einen bestimmten Umkreis der willkürlichen Bewegungen wie bei dem Tiere, sondern auf alle denk- baren ins Unendliche. Es würde gar keine Bestimmtheit der Artikulation da sein, sondern lediglich eine Bestimm- barkeit ins Unendliche; keine Bildung derselben, sondern nur Bildsamkeit. -

Kurz, alle Tiere sind vollendet und fertig, der Mensch ist nur angedeutet und entworfen. Der vernünftige Beob- achter kann die Teile gar nicht vereinigen, außer in dem Begriffe seines Gleichen, in dem ihm durch sein Selbstbe- wusstsein gegebenen Begriffe der Freiheit. Er muss den Begriff von sich unterlegen, um etwas / denken zu können, weil gar kein Begriff gegeben ist; nach jenem Begriffe aber kann er nur alles erklären.

Jedes Tier ist, was es ist, nur der Mensch ist ursprünglich gar nichts. Was er sein soll, muss er werden; und da er doch ein Wesen für sich sein soll, durch sich selbst werden. Die Natur hat alle ihre Werke vollendet, nur vom Menschen zog sie ihre Hand ab und übergab ihn dadurch an sich selbst. 

Bildsamkeit als solche ist der Charakter der Menschheit. Durch die Unmöglichkeit, einer Menschengestalt ir- gend einen anderen Begriff unterzulegen als den seiner selbst, wird jeder Mensch innerlich genötigt, jeden anderen für seines Gleichen zu halten.
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Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre,
SW Bd. III, S. 79f.
 



Nota. - Holla! Das musste er also noch unterbringen - und dabei so tun, als habe er es aus den Prämissen der Wissenschaftslehre deduziert. Das ist auch gar nicht so falsch, in dem Sinne nämlich, dass andere Prämissen zu dieser Frage nicht gegeben sind. Ob diese Frage jedoch in dieser Form an diese Stelle gehört, ist - eine Frage für sich.

Also was 'die Natur' mit den Tieren vorgehabt und angestellt hat, ist auf jeden Fall kein Thema der Transzen- dentalphilosophie. Herder, der ein früher Gegner der Transzendentalphilosophie war, hat den klugen Gedan- ken in die Welt gesestzt, dass der Mensch im Vergleich zum Tier ein Mängelwesen sei; dass er unvollendet auf die Welt käme und durch Erziehung und Kultur zum Menschen erst gemacht werden müsse. Das ging gegen Rous- seau und beruhte auf historisch-empirischen Erwägungen. 

Jener war aber auch klug gewesen und hatte das Bewusstsein seiner Zeit auf eine ganz neue Ebene gehoben. Es ist wohl wahr, dass sich der Widerspruch dieser beiden nur heben lässt, wenn man die Frage der 'Natur' des Menschen nicht nach seiner Herkunft, sondern nach seiner Bestimmung beantworten will - und die ist allerdings nicht empirisch, sondern nur kritisch-transzendentalphilosophisch zu stellen und zu beantworten. 

Aber da hat die Erörterung bei der Realität der Reihe vernünftiger Wesen alias beim "Gesellschaftsvertrag" sel- ber zu beginnen. Die Vertragsfiktion muss ihrerseits auf das Postulat der sich-selbst-setzenden Vernunftsubjekte zurückgeführt werden. Da würde das Postulat als ein solches zum Gegenstand politischer Auseinandersetzung. Es ist die Frage - nein, der Streit, ob die Wissenschaftslehre gelten soll. 

Freiheit wird nicht aufgefunden, sondern behauptet. Nur wenn diese Behauptung gilt, ist Bildsamkeit der Cha- rakter der Menschheit; und umgekehrt.
JE


Samstag, 4. Mai 2019

[...vollkommen als Pflanze und als Tier; aber er ist noch mehr.]

 
f. Es ist durch die Voraussetzung, dass sie ein Naturprodukt sei, eine Erscheinung vollkommen begriffen, wenn alles, was in ihr vorkommt, sich wieder zurück auf die Organisation bezieht und sich vollständig aus dem Zwek- ke dieser bestimmten Organisation erklären lässt. Z. B. das Höchste und Letzte, die äußerste Staffel der Organi- sationskraft in der einzelnen Pflanze ist der Samen. Dieser nun lässt sich vollkommen erklären aus der Organisa- tion als Zweck: durch ihn wird die Gattung fortgepflanzt; durch ihn geht die Organisation wieder in sich selbst zurück und fängt ihren Lauf von vorne an. Der Akt derselben ist gar nicht geschlossen, sondern treibt in einem ewigen Kreislaufe sich fort. - /

Eine Erscheinung ist durch jene Voraussetzungen nicht vollkommen begriffen, heißt daher: Das letzte und höchste Produkt des Bildungstriebes lässt sich gar nicht wieder als Mittel auf den Bildungstrieb selbst beziehen, sondern deutet auf einen anderen Zweck hin. Die Erklärung geht nach den Gesetzen der Organisation zwar eine Zeit lang fort (nicht etwa, dieses Gesetz lässt sich gar nicht anwenden, wie bei dem Kunstprodukte); aber zuletzt kann darnach nicht weiter eklärt werden, d. i. es kann das letzte Produkt desselben nicht wieder auf sie bezogen werden. Dann ist der Umkreis nicht geschlossen und der Begriff nicht vollendet, d. h. es ist nichts begriffen: Die Erscheinung ist nicht verstanden.

(Der Mensch vollendet den Umkreis allerdings auch durch die Fortpflanzung seines Geschlechts. Er ist die vollkommene Pflanze; aber er ist auch mehr.)

Ein solches wäre nun die Artikulation, die notwendig sichtbar sein muss und welche allerdings ein Produkt der Organisation ist. Aber die Artikulation produziert nicht umgekehrt die Organisation, sondern sie deutet auf einen anderen Zweck hin, d. i. sie wird nur in einem anderen Begriffe vollkommen zusammengefasst und auf Eins reduzieret. Dieser Begriff könnte sein der der bestimmten freien Bewegung, und insofern wäre der Mensch Tier.
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Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre,
SW Bd. III, S. 78f.
  



Nota. -  "Wenn alles, was in ihr vorkommt, sich wieder zurück auf die Organisation bezieht und sich vollständig aus dem Zwecke dieser bestimmten Organisation erklären lässt..." - das trifft nicht nur auf das Naturprodukt zu, sondern auf das Kunstprodukt auch. Auf das unbelebte Naturprodukt allerdings nicht. Er mag Mineral nicht als Produkt anerkannt haben, aber das spielt hier keine Rolle. Eine Rolle könnte spielen, dass beim Kunstpro- dukt die Organisationen nicht aus einem (inneren) Samen, sondern aus einem äußeren Plan stammt. Doch an dieser Stelle macht er diesen Unterschied nicht.

*

Der Einwand, dass er den Rahmen der Transzendentalphilosophie längst überschritten hat, wird nur immer stärker.
JE