Montag, 22. Dezember 2014

Die Wissenschaftslehre ist keine Metaphysik.



Die Wissenschaftslehre ist keine logische Metaphysik. Sie stellt nicht die Welt, wie etwa Hegel, dar als ein systematisches Verzeichnis der denkbaren Begriffe. 

Sie ist die Genealogie der notwendigen Vorstellungen.

Notwendig aber nicht aus einem gegebenen Grund, sondern für einen gegebenen Zweck: das tatsächliche Bewusstsein zu erklären. Weil jenes zum Ergebnis der 
wirklichen Entwicklung der Vorstellungen geworden ist, muss jene Entwicklung diesen Weg genommen und an diesem Punkt begonnen haben.

Die Wissenschaftslehre ist immanent, aber so bleibt sie nicht. Sie wird transzendental, indem sie unter den wirklichen Vorstellungen deren notwendige Prämissen aufsucht.

Für Fichte ist der Begriff lediglich Medium der Vorstellung. Er selbst leistet gar nichts. Es bleibt immer der Vorstellende, der leistet.

Und was ist das 'tatsächliche Bewusstsein'? Es ist nicht mehr und nicht weniger als alles, was über Dinge - Gegenstände, Begriffe, Bilder - tatsächlich gedacht wird, vom gesunden Menschenverstand bis hin zu Teilchenphysik, Molekularbiologie und spekulativer Kosmologie: wirkliches Wissen und Wissenschaft. Wissenschaftslehre dagegen ist - die Genealogie der Vorstellungen, die auf dem Weg dahin notwendig wurden.






Nota. Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog.

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