Freitag, 3. März 2017

Der Satz vom Grund: durcheinander hindurch gedacht.



//195//                                                                         II. 

Wir machen hier mit der realen Reihe den Anfang. Zur Erleichterung des Gedächtnis [sic] wollen wir die Syn- thesis in der Mitte A nennen; das zunächst liegende Reale heiße B, das daran sich schließende äußere Reale C; von der andern Seite her wollen wir das zunächst liegende β und das äußere γ nennen. Jetzt reflektieren wir auf B als ein besonderes Denken, es ist das Denlken eines durch die Kausalität des Willens hervorgebracht sein sollenden Realen, versteht sich: eines realen Denkens.

Hier ist zu unterscheiden A) der eigentliche Denkakt, B) wodurch er zusammenhängt mit etwas anderm. Der erste ist leicht zu beschreiben, das Denken findet sich gebunden, es ist mit B ein Gefühl und in Beziehung aufs Denken ein Gefühl der Denknotwendigkeit verknüpft. Es soll ein aus dem Gefühle folgendes Denken sein, dass das Gefühl nicht statt finde bei dem Denken selbst etc. vide supra.

Welches ist nun das damit verknüpfte bedingende Denken, womit sichs an den Perioden anknüpft?

Dass das Ich das Bestimmende dieses Objekts sein soll durch den Zweckbegriff. Diese Vermittelung überhaupt ist das Medium, wodurch das Ich das Objekt sieht, gleichsam das Auge; ich sehe durch mein Machen hindurch das Gemachte, ich weiß unmittelbar nur von meinem Machen. So wie in der Mathematik mit der Konstruktion bewiesen wird.

Das Ich als Bestimmendes ist das Vermittelnde in der Vorstellung des durch mich Bewirkten. Wie wird es ge- dacht als bestimmend? Wir wollen nämlich genetisch beschreiben, wie für uns ein Bewusstsein des Gemachten entsteht. Das Ich sieht unmittelbar auf sein Bestimmen und sieht ihm zu, an dieses Bestimmen und Modifizie- ren knüpft in seinem Bewusstsein sich ein Bestimmtes. 

Alle Ansicht ist subjektiv oder objektiv. Ich sehe mein Bestimmen, und zugleich muss ich auch ein Bestimmtes erblicken, nach dem Bestimmen wird das Bestimmte gedacht:ersteres idt das obenliegende Unmittelbare. Die- ses Verhältnis heißt: Das Bestimmen oder der Zweckbegriff des Ich soll den Grund enthalten für die Beschaf- fenheit des Objekts. So kommt der Satz des Grundes ins Gemüt, er bedeutet eben dies Verhältnis, in welchem , wenn es bloß analysiert wird, ein Verschiedenes durcheinander hindurch gedacht [wird].
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Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 195



Nota. - F. hat die Symbole A, B, β und γ anscheinend an die Tafel geschrieben, um seine mündlichen Sätze zu veranschaulichen. Für uns Leser der Druckfassung muss umgekehrt der gesprochene Text die Symbolik erklä- ren. - F. will an die Stelle der Mechanik der Begriffe die Dynamik der lebendigen Vorstellung treten lassen, das unterscheidet die Wissenschaftslehre von allen anderen philosophischen Systemen. Seine Symbole sollen Hand- lungen repräsentieren, sie sehen aber aus wie Zeichen für toten Stoff.
JE





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