Montag, 6. März 2017

So wird das Denken zu einer sinnlichen Kraft...



Das Bestimmen des Ich wird nun selbst in und durch das beschriebene Denken = B zu etwas Anderem, da- durch jedenfalls versinnlicht und wird zur sinnlichen Kraft. Durch Bestimmtheit dieser sinnlichen Kraft soll nun ein Zweckbegriff Ursache sein. Wie es mit dieser Verwandlung zugeht, wird erst unten genetisch geschil- dert werden. Aber dass es so sein müsse, ist gleich nachzuweisen. 

Nämlich der Zustand des Denkenden in diesem Moment ist doch wohl der eines reellen sinnlichen Denkens; nun wird in demselben Akte das Entwerfen des Zweckbegriffs mitgedacht und erst durch diesen hindurch die Beschaffenheit des Objekts gesehen. Also muss auch das erste sinnlich werden, und sonach ensteht hier aber- mals ein Spalten, und es kommt in doppelter Ansicht das Ich vor; teils als Zweckgebriff und [teils] als sinnliche Kraft, beides vereinigt und zersplittert dadurch, dass zwei verschiedene Denken stattfinden: reines Denken und sinnliches Denken.

Historisch bekannt sind diese Sätze genung, und derselbe Satz ist schon oben dagewesen, der: Was ist mein Leib? Nichts als gewisse Ansicht meiner Kausalität als Intelligenz, weil ich als Leib durch ein sinnliches Denken Verbreiten im Raum und Verwandeln in Stoff gedacht werde [sic].
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Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 197


 
Nota. -Inwischen ist immerhin die Intelligenz Leib geworden; dann wird hoffentlich auch bald das Denken Gefühl werden können.
JE


 

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