Dienstag, 25. November 2014

Trieb, Gefühl, Bedürfnis, Sehnen.


Alfred Boucher

Ein Ding ist etwas, und damit ist seine Bestimmtheit zu Ende. Das Ich ist nie bloß, sein Sein bezieht sich unmittelbar und notwendig auf sein Bewusstsein. Diese bloß im Sein und in der Ichheit liegende Bestimmung heißt Gefühl. 

Ist sonach das Ich ursprünglich mit einem Triebe als objektiver Bestimmung desselben gesetzt, so ist es notwendig auch mit einem Gefühle des Triebes gesetzt. Und auf diese Weise erhielten wir ein notwendiges und unmittelbares Bewusstsein, an das wir die Reihe des übrigen Bewusstseins anknüpfen konnten. Alles übrige Bewusstsein, die Reflexion, die Anschauung, das Begreifen, setzt eine Anwendung der Freiheit voraus, und diese setzt wieder mancherlei anderes voraus. Fühlend aber bin ich bloß dadurch, dass ich bin. -

Dieses Gefühl des Triebes inbesondere, was wir bloß im Vorbeigehen erinnern, nennt man ein Sehnen, eine unbestimmte (durch keinen Objektbegriff bestimmte) Empfindung eines Bedürfnisses.
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Grundlage des Naturrechts..., SW III, S. 106






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