Mittwoch, 29. Juli 2015

Philosophieren heißt nach dem Grund fragen.


Nicht die Philosophie, sondern die Aufgabe, die Tendenz zur Philosophie geht aus von dem Facto, dass wir Bewusstsein haben. Unter den Bestimmungen und Zuständen unseres Bewusstseins, die wir Vorstellungen nennen, sind einige begleitet von dem Gefühle der Notwendigkeit, andre hingegen hängen bloß von unserer Willkür ab.

1. An diesem Factum zweifelt niemand; es kann keine Frage darüber entstehen, und wer da nach einem Beweise fragt, der weiß nicht, was er will. ...

2. Bemerke man wohl, wie diese Tatsche gestellt ist; es ist behauptet worden, es gibt Vorstellungen mit dem Gefühle der Notwendigkeit begleitet, dass ihnen Dinge entsprechen; nicht, daß Dinge sind.

3. An dies unbezweifelt gewisse Factum wird etwas angeknüpft, nämlich die Idee eines Grundes. Nämlich der Philosoph fragt: Welches ist der Grund der in mir mit dem Gefühl der Notwendigkeit vorkommenden Vorstellungen? Dass es einen Grund gebe, wird als ausgemacht angenommen, die Frage lautet nur: Welches ist dieser Grund?
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Wissenschaftslehre nova methodoNachschrift K. Chr. Fr. Krause, Hamburg 1982, S. 12 







Nota. Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog. JE    

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