Dienstag, 4. August 2015

Denkgesetze und praktische Faktizität.



Alles Geistige wird durch sinnliche Ausdrücke bezeichnet, daher kommen viele Missverständnisse. Denn die Zeichen sind oft willkürlich, und drum muss erst, wenn man ein Zeichen gebraucht, eine Erklärung gegeben werden. Wenn man nun eine Erklärung geben soll, wo das Wort fehlt, da muss man die Sache selbst, d. h. man muss genetisch erklären. Ich setze mich, und indem ich dies tue, bemerke ich, ich tue es auf eine gewisse Art, und kann es nur so tun. 

Nun kann es kommen, dass ich auch vieles andere nur so tun kann, und d. h. ein Gesetz. Man spricht daher von Gesetzen des Anschauens, des Denkens usw.. Dieses notwendige Denken sind Denkgesetze. Gesetze sind eigentlich nur für ein handelndes Wesen, dies sehen für gewöhnlich für frei an, dann sagen wir: Du musst so oder so verfahren, so sagt man nach der Analogie: Das Vernunftwesen muss so oder so verfahren, und dies sind seine Gesetze.
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Wissenschaftslehre nova methodo, II. Einleitung, Hamburg 1982, S. 20


Nota. - Fichte zögert nicht, das bloß faktisch als so-seiend Vorgefundene als solches anzuerkennen: Es ist so, punctum. Und zögert nicht einmal, es ein Gesetz zu nennen: Nach Gründen wird nur gefragt, wo etwas als zu- fällig erscheint. Aber das Denkgesetz könnte nicht anders ausfallen: Es geht nicht. Daher braucht es auch keinen Gesetzgeber (vor oder hinter dem wirklichen Denken), denn es braucht keinen Grund. - Evidenz ist im selber-Machen.
JE






Nota. Das obige Foto gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und seine Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Nachricht auf diesem Blog. JE 

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