Montag, 5. September 2016

Die Mannigfaltigkeit der Handlungsmöglichkeiten kommt aus dem Gefühl.



§ 6

Eine freie Handlung ist (§4) nur möglich nach einem frei entworfenen Begriff von ihr, sonach müsste die freie Intelligenz vor aller Handlung vorher eine Kenntnis von den Handlungsmöglichkeiten haben. Eine solche Kenntnis lässt sich nur dadurch erklären, dass dem Ich vor aller Handlung vorher ein Trieb beiwohne, in welchem eben darum, weil er nur //72// Trieb ist, die innere Tätigkeit desselben beschränkt sei. 

Da dem Ich nicht zukommt, als was es sich nicht setze, so muss es diese Beschränkung setzen, und so etwas nennt man ein Gefühl. Da durch die Freiheit gewählt werden soll, muss es ein Mannigfaltiges von Gefühlen geben, welches nur durch seine Beziehung auf das gleichfalls notwendige ursprünglich vorhandene System der Gefühle überhaupt unterscheidbar sein kann.
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Wissenschaftslehre nova methodo, Hamburg 1982, S. 71f.



Nota. - Das ist ein Zusammenfassung der vorangegangenen Seiten. Verstehe ich es so richtig: Anzunehmen sei ein Trieb, der auf ein Mannigfaltiges von Widerständen stößt und somit ein Mannigfaltiges von Gefühlen mög-lich macht, die es dem Ich erlaubt, zwischen verschiedenen Handlungsmöglichkeiten eine Auswahl zu treffen - ? Der Widerstand wird ein solcher erst, indem die reale Tätigkeit mit dem Objekt synthetisiert und diese Syn-these Gegenstand der idealen Tätigkeit=Anschauung wird; diese neue Synthese ist Gefühl.
JE






Nota - Das obige Bild gehört mir nicht, ich habe es im Internet gefunden. Wenn Sie der Eigentümer sind und ihre Verwendung an dieser Stelle nicht wünschen, bitte ich um Ihre Nachricht auf diesem Blog. JE

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